EG - Bescheinigung und Fotodokumentation

Die Griechische Landschildkröte ist laut Bundesartenschutzverordnung eine besonders geschützte Tierart. Sie gehört zu den Anhang A-Arten der EG-Verordnung. Alle Nachzuchten dieser Art erhalten die unten abgebildete EG-Bescheinigung. 

Die Individualmerkmale werden jetzt durch die Fotodokumentation festgehalten. Die Tiere müssen regelmäßig fotografiert werden, und die Fotos in die zu den Papieren gehörigen Anlagen eingefügt werden. Zu den Zeitabständen der Fotos zitiere ich einen Auszug aus einer aktuellen Bescheinigung.:

  Die Genehmigung behält nur ihre Gültigkeit, solange das Exemplar nicht gestorben oder entwichen ist und die Veränderungen der Individualmerkmale durch Fotos lückenlos dokumentiert werden. Dazu sind scharfe Fotos vom Bauchpanzer mit Angaben zum Datum und zum Gewicht dem anliegenden Fotoanhang hinzuzufügen. Die Wiederholungsaufnahmen sind mindestens im 1. Lebensjahr halbjährlich und dann im jährlichen Abstand fortlaufend durchzuführen. Ab einem Gewicht von 500 g hat die Fotodokumentation aller fünf Jahre zu erfolgen oder kann durch einen Transponder ersetzt werden. Diese Bescheinigung ist dann zur Eintragung der Transponder-Nummer der örtlich zuständigen Behörde vorzulegen.

EG-Bescheinigung für Griechische Landschildkröte


Die Fotos von den Tieren sollen wie folgt aussehen.:

Der Bauchpanzer des Tieres muß auf einem Foto der Größe 9X13 cm bildfüllend abgebildet sein nicht kleiner als 7 cm in der Länge. Das Bild muß gut ausgeleuchtet und scharf sein. Als Maßstab ist ein Lineal oder das karierte Blatt* als Hintergrund zu verwenden.

*Das karierte Blatt ist Bestandteil der Broschüre "Fotodokumentation von geschützten Reptilien" von Carolin Bender.

Foto vom Bauchpanzer eines Jungtieres. Die Pigmentierung ist wie ein Fingerabdruck. Die karierten Kästchen im Hintergrund haben eine Größe von 1cm


Die Broschüre zur Fotodokumentation ist eine Publikation der DGHT.

DGHT Postfach 1421 , D-53351 Rheinbach

ISBN 3-9806577-2-8

Diese Broschüre ist eine Anleitung zum Fotografieren der Tiere und zeigt bestimmte Merkmale z.B. abweichende Unterschiede an den Kreuzungspunkten der Nähte zwischen den Panzerschildern.


Was ist ein Transponder ?

 Der Transponder ist ein Mikrochip der den Tieren unter die Haut gespritzt bzw. einoperiert werden soll/sollte. Mit einem elektronischen Lesegerät kann das Tier anhand einer bestimmten Nummer identifiziert werden. Ich persönlich halte diese Methode für Tierquälerei. Gegen den Transponder sind Protestaktionen gelaufen, worauf die Fotodokumentation eingeführt wurde.


Sinn der Dokumentation

Um den illegalen Import von geschützten Tieren einzuschränken und diese nicht zu legalisieren ( wenn z.B.gestorbene legale Tiere durch andere einfach ersetzt werden) ist es notwendig die Tiere durch die Dokumentation zu identifizieren. Die Fotodokumentation hat sich im Fall des Diebstahls bereits bewährt. Im Sommer 2002 sind einem Züchter bei Hannover eine größere Menge Strahlenschildkröten sowie griechische Landschildkröten entwendet worden. Ein Teil der Tiere wurde durch den/die Täter im Magdeburger Zoo wieder ausgesetzt. Die Tiere konnten anhand der EG-Bescheinigungen mit den dazugehörigen Fotos einwandfrei identifiziert werden.