Allgemeine Unterschiede der Griechischen Landschildkröte (Ostrasse)  und der Russischen (Vierzehen-) Landschildkröte.

Geschlechtsunterschiede

Schon öfter ist es vorgekommen das mir jemand geschrieben hat, er habe eine Griechische Landschildkröte, und es stellte sich heraus es war eine Russische bzw. Vierzehen- Landschildkröte oder es war umgekehrt. Deswegen versuche ich die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zu schildern und gehe auf Unterschiede in der Haltung ein. Ich beschreibe hier ausschließlich die von mir gehaltenen Arten.

 

Griechische Landschildkröte: 

Testudo hermanni boettgeri (Ostrasse)

 

 

Russische oder Vierzehenlandschildkröte

 Testudo horsfieldii

Lebensraum hermanni b.

Bewohnt Graslandschaften mit Büschen und Sträuchern, Waldgebiete und Hügellandschaften. Verbreitungsgebiet von der Türkei über Griechenland nördlich bis Bulgarien und nordwestlich bis Kroatien*.

(*Dalmatinische Form)

 

 

 

Lebensraum horsfieldii

Bewohnt Steppengebiete übergehend auch in Wüsten. Verbreitungsgebiet von Armenien über Iran, Afghanistan nördlich bis Kasachstan und östlich bis nach China. In den verschiedenen Gebieten sind einige Unterarten entstanden.

Kennzeichen hermanni b.

Der Panzer hat eine etwas längere ovale Form. Das Schwanzschild ist in der Regel geteilt. Die Pigmentierung des Rückenpanzers zeigt geordnete Strukturen und ist schärfer abgegrenzt. Das Schwanzende besitzt einen starken Hornnagel. Die Vorderbeine haben 5 Zehen, manchmal auch nur 4.

  Kennzeichen horsfieldii

Der Panzer hat eine etwas runde und abgeflachte  Form. Das Schwanzschild ist ungeteilt. Die Pigmentflecken des Rückenpanzers sind meist unterschiedlich groß und unregelmäßig. Die Vorderbeine haben nur 4 Zehen, welche aber sehr stark ausgebildet sind. 

Verhalten hermanni b.

Die Tiere sind tagaktiv und in Vergesellschaftung mit ihren Artgenossen teilweise sehr lebhaft. Sie können sehr gut klettern. Ruhephasen werden in der Mittagszeit eingelegt. Das Paarungsverhalten zeigt sich durch Bisse des Männchens in die Vorderbeine des Weibchens um es zum Stehen bleiben zu zwingen. Das Männchen beginnt aufzureiten und unterbricht meist noch einmal  um das Weibchen erneut zu beißen. Bei der Paarung wird das Maul weit geöffnet und piepsende Laute sind zu vernehmen.

  Verhalten horsfieldii

Die Tiere sind ebenfalls tagaktiv. Im Hochsommer halten die Tiere eine "Sommerruhe" die oftmals gleich in die Winterruhe übergeht. Die Tiere verkriechen sich dann in schattige Unterschlüpfe und kommen nur selten zum Fressen heraus. Im Frühjahr haben diese Tiere ihre aktivste Phase. Es wird sehr hastig und viel gefressen ( Futterschwemme im Frühjahr in den Herkunftsländern). Das Paarungsverhalten ist ähnlich wie bei den "Griechen". Jedoch wird das Weibchen zuerst mit wilden Kopfnicken eingeschüchtert.

Haltung hermanni b.

Testudo hermanni boettgerie ist die robusteste Art was die klimatischen Haltungsbedingungen angeht. Sie ist für die Freilandhaltung sehr gut geeignet. Viele Halter pflegen diese Tiere ganzjährig im Freien (mit entsprechenden Schutzhäuschen und Frühbeeten). Man sollte aber bedenken dass wir uns in Deutschland befinden und nicht irgendwo im Mittelmeergebiet. Entsprechende Wärmequellen sind somit notwendig, weil die Übergangszeiten Frühjahr und Herbst sehr lang ausfallen und so mancher schnelle Frosteinbruch möglich ist. 

  Haltung horsfieldii

Testudo horsfieldii ist noch etwas empfindlicher als hermanni b.  Sie benötigt noch mehr Wärme. Anhaltende nasse Kälte  bekommen dieser Art nicht. Die Tiere haben einen geringeren Wasserhaushalt als hermanni b. ( Ich habe Sie noch nie aus einer Wasserschale trinken sehen ).Trotzdem sollte man immer frisches Wasser anbieten. Beim Bau eines Freilandterrariums sollte man auch einplanen dass diese Tierart sehr gut graben kann. Dementsprechend muß man die Einfriedung gegen "Untergraben" sichern. In den Übergangszeiten ist der Aufenthalt in einem geräumigen Innenterrarium angebracht.

 

 Überwinterung hermanni b.

Die Winterruhe sollte in  feuchten Laub erfolgen bei Temperaturen um 5grad bis max. 8grad Celsius. Dauer ca. 4 Monate.

Mehr zu diesem Thema bei Haltung

 

   Überwinterung horsfieldii

Die Winterruhe sollte in etwas leicht feuchtem Laub erfolgen bei Temperaturen um 3 bis 5grad Celsius. Dauer bis 5 Monate.

Mehr zu diesem Thema bei Haltung

 Schutzgrad hermanni b.

Anhang A Arten der Bundesartenschutzverordnung: Besonders geschützte Arten. Tiere benötigen eine Cites- beziehungsweise EG-Bescheinigung.

 

   Schutzgrad horsfieldii

Anhang B Arten der Bundesartenschutzverordnung: Tiere benötigen einen Herkunftsnachweis ( Kaufbelege, Nachweis vom Züchter u. ä.).

 Geschlechtsunterschiede hermanni.b.

Weibchen

 

Männchen

Ein erheblicher Unterschied der Schwanzlänge ist zu verzeichnen.

  Geschlechtsunterschiede horsfieldii

Weibchen

 

Männchen

Auch hier ist ein Unterschied der Schwanzlänge zu erkennen.

Weitere Geschlechtsmerkmale testudo hermanni boettgeri

Weibchen

Der Carapax der Weibchen hat in der Regel eine breite Taille

 

  Männchen

Der Carapax der Männchen ist hinten wesentlich breiter als vorn

 

Die Analschilde haben eine fast runde Form

 

 

Die Analschilde sind breiter und schmaler

 

Erkennung des Geschlechtes bei Jungtieren ?

Die Zuwachsstreifen innerhalb der Analschilde bei diesem Jungtier sprechen für ein Weibchen

   

Die Zuwachsstreifen innerhalb der Analschilde bei diesem Jungtier sprechen für ein Männchen

Die gelben Streifen auf den obigen Bildern markieren die Zuwachsstreifen. Der orange eingefärbte Bereich soll die Position des "ursprünglichen Analschild" des Schlüpflings darstellen.